Ist Very Bad Things ein Kultfilm? Für mich persönlich auf jeden Fall. Ebenso ist er auch der einzige Film von Peter Berg (u.a. Welcome to the jungle, Hancock, Battleship), den ich mag. Ein Film, der vor schwarzem Humor fast platzt. Eine Satire über die (mittlerweile damalige 90er Jahre, aber immer noch aktuelle) Gesellschaft der 20/30jährigen, die unrealistische Lebensziele verfolgen und meist Menschen beeindrucken wollen, genauso unbesonnen durchs Leben schlafen, äh schreiten.

Am Anfang erscheint Very Bad Things wie eine ganz klar strukturierte Komödie. Hangover, nur kultiviert und wortgewandt. Verlobter Kyle (Jon Favreau sagt es mit mir, Iron Man) feiert seinen Junggesellenabschied im großen Stil in Sin City, Las Vegas, während seine gestresste Verlobte Laura (Cameron Diaz) zurück bleibt, um die Hochzeit ihrer (Kindheits)Träume zu planen. Die Partynacht nimmt ein jähes Ende, als einer der Freunde es buchstäblich zu bunt mit der Stripperin/Prostituierten treibt und sie einen schnellen Tod findet.

Very Bad Things
© Initial Entertainment Group

Kaum Luft geholt kann der Zuschauer miterleben, wie der längjährige Freund Robert Boyd (Christian Slater) vom Immobilienvertreter zum Psychopathen à la American Psycho mutiert und den ersten Augenzeugen, einen Hotelangestellten, ebenfalls aus dem Weg räumt. Natürlich entscheiden sich die Männer gegen die Polizei und dafür, die Leichen in der Wüste zu vergraben. Von hier an kann man sehen, wie es Stück für Stück lustiger, aber auch Stück für Stück unmöglicher und finster wird.

Zu Anfang bemerkt man, dass die Charaktere etwas überzeichnet sind und so viele Klischees erfüllen. Doch so weit hergeholt sind sie gar nicht, was auch den Spaß an ihnen ausmacht. Nicht umsonst gibt es den Begriff „Bridezilla,“ der die Metamorphose einer Verlobten in ein Monster von einer Braut bezeichnet. Sicherlich wird es immer eine Braut geben, die ausrastet, wenn sie trotz bestellter gepolsterter Stühle ungepolsterte bekommt.

Very Bad Things - Hangover in Vegas - Uncut [Blu-ray]
Herausgeber: Splendid Film/WVG - Auflage Nr. 0 (01.07.2018)
9,99 EUR

Die Komödie wird immer schwarzer, das Kartenhaus aus Lügen höher. Nach und nach etabliert sich „Boyd“ als New Age – Prediger, während die anderen dem Druck, Zeugen und/oder Mörder zu sein, nicht mehr lange standhalten können. Es tun sich etliche satirische Lacher auf, die immenser werden, je näher es dem Ende kommt. So wird z. B. aus dem rechtschaffendsten Mann von allen nach seinem Tod ein Mann, der in Las Vegas etwas mit einer Prostituierten hatte. „Boyd“ fügt mit einem versteckten Grinser hinzu: „Es war nicht das erste Mal. Er hatte eine Schwäche für Prostituierte.“

Auch übertrieben, aber vielleicht nicht unmöglich: Die Verlobte erfährt vom Mord und verzieht keine Miene. Sie will nur die Hochzeit ihrer Träume und beauftragt den Bald-Ehemann ganz einfach, seinen letzten, etwas verschrobenen Freund auch gleich loszuwerden. Warum nicht, man heiratet schließlich nur einmal.

Originaltitel: Very Bad Things
Erscheinungsjahr: 1998
Dauer: 96 min
Regie: Peter Berg
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Budget: $10.000.000
Einnahmen: $9.801.782 (USA) (3. Januar 1999)
(Quelle: IMDb)

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