Seit The Conjuring 2 und dem Erscheinen der Nonne habe ich mich schon lange nicht mehr so über die Ankündigung eines Horror-Spin-Offs gefreut. Es lag für mich definitiv auf der Hand, dass ein so interessanter Charakter seinen eigenen Film verdient. Ab dem Moment als ich das Gemälde der Nonne sah und sie zum Leben bzw. Geistern erwachte, wurde nicht nur ich in ihren Bann gezogen: Durch die Reihen im Kinosaal hörte man nur „Oh mein Gott – schau dir diese Nonne an!“ „Wer zur Hölle ist diese Nonne?“ „Was hat diese Nonne vor?“ „Woher kommt diese Nonne?“ Sie hat einen mächtigen Eindruck bei Horrorfans hinterlassen und wird Halloween 2018 bestimmt die erste Wahl der Verkleidung sein.

Die Rahmenhandlung lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Als Anwärterin zur Nonne macht sich die sogenannten Novizin Schwester Irene (Taissa Farmiga, kleine Schwester von Vera Farmiga) vor dem Ablegen ihres Gelübdes mit Pater Burke (Demian Bichir) auf, das Mysterium um den Tod einer Nonne in einem Kloster im gefühlt abgelegensten Teil Rumäniens zu lösen und dem Vatikan Bericht zu erstatten. Einheimischer „Frenchie“ (Jonas Bloquet) weist ihnen den Weg und kaum eingetroffen sehen sie sich dem dämonisches Wesen in Form einer Nonne gegenüber – der Kampf zwischen Gut und Böse und „Jumpscare-“Ticker kann zwischen bedrohlichen Chorgesängen beginnen.

The Nun
© Warner Bros.

Wieder produziert von James Wan führt hier Corin Hardy (The Hallow) Regie. Seine Aufnahmen fangen die schauerliche Landschaft Transsylvaniens mit ihren Abteien und Schlössern, auf denen gedreht wurde, sehr gut ein. Gotische Einflüsse erinnern sofort an Francis Ford Coppolas Interpretation von Bram Stoker’s Dracula und von Anfang an ist die Stimmung genauso düster und unheilbringend. Leider nimmt genau diese nach den ersten zehn Minuten stetig ab und gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass diese Nonne mir nichts anhaben kann, die CGI-Aufmachung nahm ihr das Gruselige. Es gab gefühlte 1000 Schockmomente, die wohl nur Angsthasen wie meiner einer beeindrucken und sehr voraussehbar waren. Auch wenn Horrorfilme oft unlogische Handlungen der Protagonisten für die Storyline einfordern, wurde hier wirklich übertrieben. Des Nachts auf den Friedhof gehen? Naja, vielleicht machen das die Hauptcharaktere ja aufgrund ihres tiefen Glaubens so furchtlos.

The Nun [Blu-ray]
Herausgeber: Warner Home Video - DVD - Auflage Nr. 0 (17.01.2019)
14,99 EUR

The Nun (hat die Ehre und) eröffnet das Conjuring-Universe, wie wir gleich zu Anfang erfahren. Anno 1952 nahm das Böse also seinen anfänglichen Lauf und webte sich dann Stück für Stück in das spätere Leben der Geisterjäger Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga). Die furchterregende Erscheinung der Nonne in Conjuring 2 warf so viele Fragen auf, die dieses Spin-Off leider nicht beantwortet. Auch das dunkelste Kapitel wurde hier bestimmt nicht geschrieben, wie es im Trailer lautete. Schlussendlich hätte The Nun als sog. Stand-Alone-Film wahrscheinlich das Gegenteil von Furore gemacht und hat leider innerhalb seiner Geschichte noch weitere Fragen gestellt, die offen bleiben. Dem Dämonen Valak zuzusehen macht trotz dünner Storyline und eindimensionalen Charaktern Spaß, doch ist dieser Film des Conjuring-Universe lediglich über Annabelle gelandet:

Die Reihenfolge lautet für mich:

1. The Conjuring 2 (gerade wegen Valak und Plot twists)
2. The Conjuring – Die Heimsuchung
3. Annabelle: Creation
4. The Nun
5. Annabelle

Originaltitel: The Nun
Erscheinungsjahr: 2018
Dauer: 96 min
Regie: Corin Hardy
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Budget: $22.000.000
Einnahmen: $90.645.307 (USA) (20. September 2018)
(Quelle: IMDb)

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