Die Badewanne

In dieser Folge vereinen endlich alle Charaktere sich zu einer Einheit, um gegen das Upside Down, Dr. Brenner & Co. und natürlich das Monster zu kämpfen. Allerdings erst gegen Mitte bis Ende der Folge. Vorab reicht uns aber natürlich die Versöhnung zwischen Mike, Eleven und Lucas und natürlich dem Fastkuss zwischen Mike und Eleven! Leider werden sie von Lucas über Funk unterbrochen, doch der Moment des Bedauerns hält nur kurz an, denn er wird von einer spektakulären Verfolgungsjagd zwischen Dr. Brenner und den Kindern abgelöst und von einem von El in die Luft geschleuderten Van zu einem jähen Ende gebracht. Telekinese in Reinkultur!

In dieser Folge geht es vor allem um das Vertrauen zwischen den Hauptcharakteren. Joyce und Hopper vertrauen sich schon seit ein paar Folgen, während auf der Polizeistation klar wird, dass Jonathan und Nancy den Erwachsenen nicht wirklich vertrauen bzw. ihnen nichts anvertrauen wollten. Verzweifelt und erleichtert sieht der Zuschauer endlich zu, wie Joyce und Jonathan sich in die Arme fallen, nachdem sie ihn ausgeschimpft hat, was ihm einfallen konnte, auf Monsterjagd zu gehen und sein sowie Nancys Leben so in Gefahr zu bringen. Eltern überall auf der Welt können diese Szene wohl am besten nachempfinden. Immer dieser Nachwuchs! Jonathan räumt Hopper gegenüber ebenso ein, dass er ihm nicht glauben würde (wofür er sein ganzes Waffenarsenal im Kofferraum braucht). Hopper antwortet nur: „Versuch es doch erstmal!“ Immer diese hawkins-schen Vertrauensängste.

Dr. Brenner kommt auch auf Hochtouren und man hört ihn in dieser Folge die meisten aneinander reihenden Sätze sprechen. Er bittet Mikes Eltern um ihr Vertrauen. Auch wenn er Karen angruselt, hört sie auf ihn und versucht ihm zu vertrauen. Selbstverständlich ist Mikes Vater wieder nichtsnutzig wie eh und je und nur passiv-aggressive bzw. ablehnende Sätze in Richtung seines eigenen Sohnes äußert. Auf ein ihm vorgelegtes Bild von Eleven fragt er empört-ahnungslos: „Warum ist der Kopf dieses Mädchens geschoren? Oh mein Gott, ist sie etwa eine Russin?“ Der Captain dieses Schiffes ist wie immer die Mutter, die vielleicht sogar weiß, dass sie ohne ihren Mann besser dran wäre.

Stranger Things – S1 – Folge 7
© Netflix

Die Jungs und Eleven verstecken sich nach ihrer erfolgreichen Flucht auf dem altbekannten Schrottplatz (vor Hubschraubern). Anders als Teenager Jonathan vertrauen sie Hopper, nachdem dieser sie über Wills Walkie Talkie per Funk kontaktiert. Es könnte eine Falle sein, doch sie wagen den Schritt, ihre Position preiszugeben. Zum Glück! Denn bevor die bösen Männer sie, nach ihrem Auffinden, überwältigen können, eilt Hopper zur Rettung und überwältigt die drei Agenten (?) off-camera. Und danach folgt endlich die lang erwartete Zusammenkunft aller über das Upside Down und Wills Nichtableben Bescheid wissende!

Nach allem was passiert ist, präsentieren die Jungs nonchalant ihre Recherche und Ergebnisse. Joyce, Hopper, Jonathan und Nancy sitzen gegenüber und hören sich das Ganze an. Sie vertrauen ihnen, denn wieso sollte nicht ein Tor unter dem Hawkins Laboratorium entstanden sein, nachdem ein Experiment-Kind mit telepathischen und telekinetischen Fähigkeiten aus Versehen ein Loch in unser Raum-Zeit-Gefüge gerissen hat. Und obwohl Eleven bei dem Versuch, Will und Barb (der Zuschauer erinnert sich bestimmt dunkel) zu finden, scheitert und ihre Fähigkeiten nicht demonstrieren kann, vertraut Joyce ihr weiterhin blind als sie sagt: „Die Badewanne. Ich kann sie in der Badewanne finden.“ Eine Randbemerkung: Ist Mr. Clarke nicht der Aufreißer unter den Naturwissenschaftslehrern? Immerhin wird er von Dustin wie es aussieht bei einem heißen Date gestört. Gerade noch spielt er den Hengst, indem er seinem Date erklärt, wie die Effekte in dem Film (The Thing), den sie ansehen, funktionieren und dann gibt er Dustin Anweisungen wie ein Sinnes-Entzugs-Tank zu bauen ist. Während die Gruppe nun versucht einen provisorischen Tank für Eleven zusammenzubasteln, bittet Hopper Jonathan um sein Vertrauen. „Du musst mir vertrauen. Ich werde ihn finden.“ Ich vertraue schon dem lockeren und verkaterten Hopper mit Zigarette  im Mund und diesem entschlossenen Hopper vertraue ich noch mehr.

Mein Herz ging auf als Eleven endlich etwas Zuneigung von Joyce in Form von Mutterliebe bekam. Auch wenn es den Anschein hatte, als wäre es nur dazu gekommen, weil sie sich freiwillig auf die Suche nach Will begibt, so ist es bestimmt der Mutterinstinkt in Joyce, der Eleven dankt aber auch beschützen will. Man bekommt das Gefühl, dass nach diesem ganzen Martyrium Eleven bei ihr und ihren Söhnen für immer willkommen wäre und in ihnen ein Zuhause gefunden hat. Auch nachdem Eleven im Upside Down bzw. in ihrer Version davon die Leiche von Barb findet (Ruhe in Frieden, Barb) ist es Joyce und ihre mütterliche Liebe, die sie beruhigt und erdet. Schließlich findet Eleven Will und seinen vom Upside Down mitgenommenen Körper im Castle Byers und sagt ihm er muss nur noch ein wenig durchhalten und das seine Mutter bald kommt um ihn zurückzuholen. Kurz darauf löst er sich auf und sie bleibt alleine zurück.

Stranger Things – S1 – Folge 7
© Netflix

Am Ende dreht sich leider wieder alles ins Ungewisse zurück. Nachdem Joyce und Hopper sich auf den Weg zu Tor zum Upside Down machen und Hopper wieder seinem spontanen Plan folgt, einfach in das Laboratorium mit den vielen Kameras einzubrechen, werden sie schon nach ein paar Schritten auf dem Gelände umzingelt. „Ich übernehme das Reden.“ Sicher Hopper, du bist der Boss. Und natürlich auch das Genie.

Jonathan und Nancy machen sich trotz Verbot des Polizeichefs und Joyce wieder auf ihre unterbrochene Monsterjagd und holen sich erfolgreich von der Polizeistation ihr Waffenarsenal zurück. Knallhart diese Teenies, doch auch sehr gefährdet. Ich bin jedenfalls froh, dass das nicht meine Kinder sind. Was wird ihnen geschehen?

Angebot

Im Castle Byers hat sich also Will die ganze Zeit erfolgreich aufhalten und überleben können. Das wissen wir nun, doch wir wissen auch wie schlecht es um seine Gesundheit steht und das, wenn das Monster ihn nicht kriegt, er trotzdem Gefahr läuft es nicht mehr in seine Welt lebend zurückzuschaffen. Der Zuschauer wird immer nervöser. Will flüster-singt „Should I stay or should I go“ als die Kreatur plötzlich auftaucht und ihn diesmal findet. Im letzten Spannungsmoment wird seine Hütte förmlich auseinander gerissen: Er konnte sich nicht mehr verstecken.

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