Orphan

Ein Horrorthriller der Produktionsfirma Dark Castle und von Leonardo Di Caprio co-prodziert verspricht schon mehr als einen einfachen Horrorfilm, trotz simpel gehaltenem Titel:  Es geht um ein Waisenkind. Dieses ist 9 Jahre alt, heißt Esther und wird von einem Ehepaar adoptiert, welches versucht, nach mehreren Fehlgeburten einfach weiterzumachen und weiterzuleben. Isabelle Fuhrman, Esther, ist nahezu perfekt ausgewählt. Sie spielt beeindruckend gut und konnte sich sogar einen glaubhaften russischen Akzent aneignen. Heutzutage ist Vera Farmiga ein absoluter Begriff für den Horror- und auch Serienfan (ach Bates Motel…), doch 2009, als Orphan in den Kinos anlief, war sie eher ein Nachwuchstalent auf dem Gebiet.

Orphan - Das Waisenkind
© Warner Bros.

Der Zuschauer weiß natürlich von Anfang an, dass mit Esther etwas nicht in Ordnung ist. Sie zieht sich merkwürdig an und spätestens in der folgenden Szene weiß man, dieses Kind versteckt etwas. Als sie ihre neuen Eltern beim Sex in der Küche erwischt, versucht ihre Mutter, sie einbisschen aufzuklären. Sie sagt in der Originalfassung: „If two people love each other, they want to show that to each other. And that’s that they do. Esther erwidert: I know – they fuck. Explicit af nennt man sowas heutzutage glaube ich.

Ein solider Horrorfilm über ein Kind, dass einen zu Tode erschrickt und endlich mal wieder ein Angststreifen, der keine 88 Minuten geht. Er baut ebenfalls von Minute zu Minute mehr Aggressionen im Zuschauer gegenüber Esther auf – jedes Mal wenn sie davon kommt und wir (zusammen mit der Mutter) scheinbar die einzigen sind, die nicht auf den Kopf gefallen sind. Die Handlung tanzt aus der Reihe, dadurch, dass die Charaktere wahrhafte alltägliche Probleme haben; die Mutter geht zum Psychiater und erholt sich gerade von Alkoholismus. Der Ehemann reagiert darauf, es ist glaubwürdiges Schauspiel.

Orphan - Das Waisenkind [Blu-ray]
Herausgeber: STUDIOCANAL - Auflage Nr. 0 (18.03.2010)
7,99 EUR

Bezaubernd fand ich die Darstellung der taubstummen Tochter Max, die von der 7jährigen Aryana Engineer gespielt wird. Sie wurde durch Zufall von einem Agenten entdeckt, der ihr Nachbar ist und wusste, dass für den Film Orphan ein kleines Mädchen gesucht wurde, dass die Zeichensprache beherrscht. Gelernt hat sie diese, da ihre Mutter taubstumm ist. Allerdings trägt sie (wie im Film ebenfalls) ein Hörgerät.

Ein guter Horrorfilm, der die guten alten Zeiten von Macaulay Culkin als „Das zweite Gesicht“ zurückbringt – wobei Isabelle Fuhrman 100% gruseliger ist. Der dunkle osteuropäische Hintergrund, mit dem Esther belegt ist, gibt dem Ganzen noch den letzten Schliff.

Originaltitel: Orphan
Erscheinungsjahr: 2009
Dauer: 123 min
Regie: Jaume Collet-Serra
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Budget: $20.000.000
Einnahmen: $78.769.428 (weltweit)
(Quelle: IMDb)

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