Ein Liebesdrama und Kriegsfilm über den zweiten Weltkrieg, gedreht, während dieser tatsächlich stattfand… dieser Film muss eigentlich zeitloses Meisterwerk bestimmt schon beim Dreh auf der Stirn geschrieben haben. Ikonische Hauptdarsteller in einer verzweifelten Situation waren Humphrey Bogart als Richard Blaine und Ingrid Bergman als Ilsa Lund. So viele legendäre Szenen und Einzeiler in schwarz weiß, doch für mich ist die Szene in der La Marseillaise gespielt wird der ultimative Gänsehautmoment in so ziemlich der gesamten Filmgeschichte. Heutzutage repräsentiert er für mich immer noch den universellen patriotischen Moment aller Weltbürger, die sich gegen Unrecht und das Böse auflehnen.

Der Film wurde innerhalb von nur 50 Tagen abgedreht, im Sommer 1942 in den Hollywoodstudios. Unglaublich, aber wahr ist, dass die Uraufführung immer wieder verschoben wurde, weil niemand dachte, dass der Film ein kommerzieller Erfolg werden würde. Der Start in den deutschen Kinos fand erst 1952 statt, 10 Jahre nach der eigentlichen Premiere in den USA. Die deutsche Fassung war um 24 Minuten gekürzt und komplett verfälscht worden. Der wichtige Widerstandskämpfer Victor Laszlo wurde ein norwegischer Atomphysiker und der NS Major Strasser wurde komplett herausgestrichen. Das deutsche Publikum bekam den Originalfilm neu synchronisiert erst in den 70ern zu Gesicht!

Casablanca
© Warner Bros.

Seit ich den Film als Teenager wiedergesehen habe, ist Ingrid Bergman für mich zur unsterblichen Ilsa verschmolzen und hat meiner Meinung nach nie wieder so gut geschauspielert. Es ist bis zum Schluss absolut unklar, was passieren wird. Alles wäre möglich. Noch dazu, wenn man von der eigentlichen Liebesgeschichte bzw. dem Liebesdrama ausgeht. Man hofft, dass Rick mit Ilsa für immer zusammen bleibt und verdrängt leicht den Gedanken, dass sie in Casablanca eher früher als später zutode kommen werden. Sehr romantisch und vor alle tragisch.

Jedesmal, wenn die Lobgesänge der NS-Männer ertönen und dann Viktor Laszlo die Kappelle in Rick’s Café auffordert, „La Marsellaise“ zu spielen ist fast unmöglich, sich vorzustellen, dass dieser Film den Krieg als großes Element miteinbezieht, während er noch in vollem Gange war und das auch noch mit Schauspielern, die sogar aus Europa geflohen waren, um dem Nazi-Regime zu entfliehen. Obwohl sie sich wohl alle ihres Lebens und Zukunft bestimmt unsicher waren, machten sie mit der Teilnahme an Casablanca ein unwiderrufliches und in die Geschichte eingehendes Statement gegen den Krieg und für die Freiheit. Wer kann sich sowas heutzutage noch wohl vorstellen?

Casablanca [Blu-ray]
Warner Home Video - DVD (04.12.2008) - Blu-ray, Freigegeben ab 6 Jahren - Laufzeit: 102 Minuten - Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Paul Henreid, Claude Rains, Conrad Veidt
8,72 EUR

Ebenfalls ein zeitloser Teil des Filmes ist die Musik. Bzw. das eine Lied, das den Ton angibt und den Film führt, „As time goes by.“ Da muss sich doch wohl jeder an irgendein Lied erinnert fühlen, da er nicht hören will, weil es ihn an jemanden erinnert. So romantisch dieses Lied auch ist, so ernst ist es auch zu nehmen. Es zeigt das fiktive Schicksal zweier Liebenden im Krieg, das es so bestimmt auch so ähnlich gegeben hat.

Dass der Ort Casablanca einmal tatsächlich Dreh- und Angelpunkt für viele Menschen der Kriegszeit war, finde ich sehr fesselnd. Der Krieg hat dort viele Menschen zum Stranden gezwungen und sie konnten nichts dagegen tun. Auch wenn alle nur schauen, dass sie selbst weiterkommen und egoistisch sind: Ob reich oder arm, dort machte es keinen Unterschied, denn sie wollten alle dasselbe. Ihren Verfolgern entkommen, was sie alle wiederum verbindet. Dieser Gedanke macht den Film für mich zeitlos. Das Spiel der Hauptdarsteller macht ihn zu einem unvergesslichen Liebesdrama. Und eine Männerfreundschaft entspringt auch noch zum Schluss.

Originaltitel: Casablanca
Erscheinungsjahr: 1942
Dauer: 102 min
Regie: Michael Curtiz
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Budget: $950.000
Einnahmen: $1.024.560, 16. November 2017 (USA)
(Quelle: IMDb)

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