Als zweiterfolgreichster Film in der nun 18-Filme-umfassenden Reihe des Marvel Cinematic Universe bricht Black Panther seit seiner Veröffentlichung Ende Januar Rekorde, Barrieren und vor allem Hollywood-Vorurteile gegenüber Big-Budget-Filmen mit einem vorwiegend ethnischen Hintergrund und zeigt, dass nichts unmöglich ist wenn es um gute Filme geht – bzw. hier, einem der besten Superhelden-Filmen aller Zeiten. Für mich persönlich regiert an der Spitze zwar immer noch The Dark Knight, wenn man jedoch die Aktualität sowie kulturelle Bedeutung betrachtet und die existentiellen Fragen in Betracht zieht, die dieser Film aufwirft, ist Black Panther überlegen wichtiger (obwohl The Dark Knight sich ebenso mit tiefgründigen Themen beschäftigt).

Die Geschichte setzt nach Captain America: Civil War an und zeigt wie der Black Panther, T’Challa (Chadwick Boseman) den Thron von Wakanda besteigen muss, nachdem der König, sein Vater T’Chaka (John Kani) bei einem Bombenattentat getötet wurde. T’Challa sieht sich als guten König, welcher den Anforderungen sein Land zu regieren mehr als gewachsen ist. Vorerst scheint das auch zu stimmen, während er erste Hürden problemlos überwindet. Seine Welt gerät erst ins Wanken nachdem ein Konflikt in der Vergangenheit Auswirkungen bis in die heutige Zeit hat und ihn dieser dazu zwingt die Philosophie und Einstellung seines Landes in Frage zu stellen. Er muss sich einem alten und einem neuen Feind stellen, Ulysses Klaue (Andy Serkis), welcher immer noch nur Vibranium im Kopf hat und Erik „Killmonger“ Stevens (Michael B. Jordan), eine neue Art von Bösewicht, der nicht nur Wakandas sondern das Schicksal der gesamten Menschheit in Gefahr bringen könnte.

Black Panther
© Marvel Studios

Wakanda ist eine weiterentwickelte afrikanische Zivilisation, es ist das einzige Land mit futuristischer Technologie (durch Vibranium, das stärkste Metall der Welt) und gedeiht vor allem durch seine konsequente Isolation vom Rest der Welt. Es kennt keinen Krieg und wurde so auch von der Kolonisation verschont. Regisseur Ryan Coogler (Fruitvale Station, Creed) schafft es in diesem Film verschiedene, schwere Thematiken und Gesichtspunkte ineinandergreifen zu lassen und bringt trotzdem das Entertainment und die Action, die Zuschauer von einem Marvelfilm erwarten.

Der erste Gesichtspunkt, welchen kein afrikanisches Land je so erleben konnte. Frauen sind den Männern gleichwertig, die königliche Ehrengarde besteht aus ausschließlich Kriegerinnen. T’Challas Ex Nakia (Lupita Nyong’o) wird in einer vermeintlichen Rettungsaktion vom Black Panther vorgestellt, doch in Wahrheit ist sie Undercover unterwegs, um Menschenhandel zu vereiteln und weiß sich selbst zu helfen. Sie selbst stellt den nächsten Gesichtspunkt Cooglers dar, nämlich das Wakanda das erste afrikanische Land wäre, welches seinen (sogar den besten) Beitrag zum Erhalt der Menschheit leistet, indem es durch seine weiterentwickelte Technologie Menschenleben rettet und sowohl Flüchtlings- als auch Entwicklungshilfe zugleich liefern könnte. Der dunkelste Gesichtspunkt ist natürlich der des Bösewichts Killmonger, welcher über die weiterentwickelte Technologie Minderheiten an die Macht bringen und so eine neue Rassenordnung herstellen will.

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Walt Disney (19.07.2018) - Blu-ray, Freigegeben ab 12 Jahren - Laufzeit: 134 Minuten - Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong'o, Danai Gurira, Forest Whitaker
17,99 EUR

Mit so schwer verdaulichen Themen wurde ich das letzte Mal von District 9 (extrem positiv) überrascht doch keine Sorge, Black Panther ist trotzdem ein Genre- und Actionspektakel. Gepanzerte Nashörner und epische Kampfszenen à la Herr der Ringe sowie freier Fall-Kampfszenen und Verfolungsjagden in schnellen Autos passen erstaunlicherweise genauso in diesen auch marvelesken Film mit dem Bonus des heißesten und überzeugendsten, einzigen Marvel-Bösewichten, auf dessen Seite ich jemals kurzzeitig war und natürlich spreche ich nicht von Gollum, Gollum Andy Serkis.

Originaltitel: Black Panther
Erscheinungsjahr: 2018 (15. Februar in DE)
Dauer: 135 min
Regie: Ryan Googler
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Budget: $200.000.000
Einnahmen: $403.613.257 (USA) (25. Februar 2018)
(Quelle: IMDb)

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